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Walther Heinrich Alfred Hermann von Brauchitsch (* 4. Oktober 1881 in Berlin; † 18. Oktober 1948 in Hamburg) war deutscher Generalfeldmarschall und Oberbefehlshaber des Heeres zur Zeit des Nationalsozialismus.
LebenKaiserreich und Erster WeltkriegBrauchitsch entstammte einem alten schlesischen Adelsgeschlecht und war der Sohn des königlich preußischen Generals der Kavallerie Bernhard von Brauchitsch (1833-1910) und der Charlotte von Gordon (1844-1906). Nach seiner Schulausbildung im Kadettenkorps trat Brauchitsch im März 1900 als Einjährig-Freiwilliger Leutnant in das Charlottenburger Königin Elisabeth-Garde-Grenadier-Regiment Nr. 3 ein, und wechselt im Jahr darauf zum Garde-Feld-Artillerie-Regiment Nr. 3. Vom 10. Februar 1903 bis 31. Mai 1903 besucht er den 2. Kurs der Feldartillerie-Schule. Vom 1. bis zum 13. Mai 1905 war er in die Gewehrfabrik Spandau abkommandiert. Vom 5. Februar 1906 bis zum 28. Februar 1909 war er Adjutant des II. Bataillons des 3. Garde Feld-Artillerie-Regiments. Im Jahr 1909 wird er - inzwischen Oberleutnant - vorläufig zum Großen Generalstab versetzt, ohne zuvor die Kriegsakademie besucht zu haben. Vom 13. April 1909 bis zum 31. März 1912 war er Regiments-Adjutant beim 3. Garde Feld-Artillerie-Regiment. Am 29. Dezember 1910 heiratete er in erster Ehe auf Gut Fretzdorf Elisabeth von Karstedt (* 1. März 1881 in Rossow; † 15. Juni 1952 in Braunschweig), die Tochter des Achim von Karstedt, Fideikommissherr auf Gut Fretzdorf und anderen, und der Elisabeth von Rohr genannt von Wahlen-Jürgaß. Diese erste Ehe, der drei Kinder entstammen, wurde am 8. April 1938 in Berlin geschieden. Zum Ende des Jahres 1913 erfolgt dann die endgültige Versetzung in den Großen Generalstab und die Ernennung zum Hauptmann. Im Ersten Weltkrieg war Brauchitsch in verschiedenen Einheiten als Stabsoffizier tätig. Am 2. August 1914 kam er zum Stab des XVI. Armee-Corps, am 17. Oktober 1915 zum Stab der 34.Infanterie-Division. Am 19. März 1917 wurde er Offizier für Spezialaufgaben im Generalstab des Kronprinzen. Bereits am 27. März 1917 wurde er zum Generalstab 7 im Großen Hauptquartier abgeordnet. Am 23. August 1917 wurde er Generalstabsoffizier in der 11. Infanterie-Division. Am 19. Februar 1918 wurde er zum Generalstabsoffizier der 1. Garde-Reserve Division ernannt und am 6. August 1918 zum Generalstab des Garde-Reserve Corps versetzt und schließlich zum Major befördert. Weimarer RepublikBrauchitsch wurde in die Reichswehr übernommen und zunächst als Generalstabsoffizier im Wehrkreis II eingesetzt, anschließend in der Heeresausbildungsabteilung. Später wurde er Kommandeur einer Abteilung des Artillerie-Regiments 6. Am 1. April 1925 wurde Brauchitsch zum Oberstleutnant befördert. Mit dem 1. November 1927 erfolgte seine Ernennung zum Chef des Stabes im Wehrkreis VI in Münster, verbunden mit der Stellung als Chef des Stabes der 6. Infanterie-Division. Am 1. April 1928 wurde Brauchitsch zum Oberst befördert. Im Jahr 1929 wurde er Chef der Heeresausbildungsabteilung im Truppenamt des Reichswehrministeriums, und am 1. Oktober 1931 erfolgte die Ernennung zum Generalmajor. Ein halbes Jahr darauf, am 1. März 1932 wurde Brauchitsch zum Inspekteur der Artillerie ernannt. Zeit des NationalsozialismusVorkriegszeit
General der Flieger Milch, General Keitel, Generaloberst von Brauchitsch, Generaladmiral Raeder und Kommandierender General des XIII. Armeekorps Freiherr von Weichs während des „Tags der Wehrmacht“ auf dem Reichsparteitag, September 1938
Oberbefehlshaber des Heeres, Generaloberst Walther von Brauchitsch (r.), mit dem Chef des Generalstabes des Heeres, General der Artillerie Franz Halder während des Polenfeldzuges 1939.
Einige Monate nach dem Regierungsantritt Hitlers im Jahr 1933 wurde Brauchitsch Befehlshaber des Wehrkreises I und Kommandeur der 1. Infanterie-Division. Die Position als Kommandeurs der 1. Division, die ihren Sitz in Königsberg hatte, behielt er bis 1938.[1] Anfang 1934 erfolgte die Ernennung zum Generalleutnant und am 1. Oktober 1935 wurde er Kommandierender General des I. Armeekorps. Am 20. April 1936 wurde er zum General der Artillerie befördert und am 1. April 1937 wurde Brauchitsch Oberbefehlshaber des neu gebildeten Gruppenkommandos IV in Leipzig. Im Zuge der Blomberg-Fritsch-Krise wurde Brauchitsch am 4. Februar 1938 Nachfolger des Generalobersten von Fritsch als Oberbefehlshaber des Heeres und gleichzeitig selbst zum Generaloberst ernannt. Brauchitsch sagte 1938:
In zweiter Ehe heiratete er am 23. September 1938 in Bad Salzbrunn Charlotte Rüffer (* 8. Juli 1903 in Bolkenhain, Niederschlesien; † 14. Juni 1992 in Braunschweig), die Tochter des Amtsgerichtsdirektors Georg Rüffer und der Else Wendorf. Seine Schwester Hedwig war eine Oberin des evangelischen Diakonissenmutterhauses in Frankenstein. Er war ein Onkel des Rennfahrers Manfred von Brauchitsch und als Schwager von Hans von Haeften auch ein Onkel der Widerstandskämpfer Hans Bernd von Haeften und Werner von Haeften.[3] Zweiter WeltkriegZu Beginn des Zweiten Weltkrieges leitete er das Heer in Polen und Frankreich im Oberkommando des Heeres. Im Vorfeld des Frankreichfeldzuges kam es im Winter 1939/1940 zu einer Verschwörung gegen Hitler, an der Brauchitsch beteiligt war. Auslöser war der Plan Hitlers, Frankreich bereits im November 1939 angreifen zu lassen. Die Spitze der Wehrmacht hielt dieses Vorhaben für absolut undurchführbar, so erklärten sich der Oberbefehlshaber des Heeres, Brauchitsch, und sein Stabschef Franz Halder bereit, Hitler zu verhaften, sobald er den Angriffsbefehl geben werde. Als Hitler Brauchitsch abkanzelte und drohte, den „Geist von Zossen“ – dort befand sich der Generalstab – auszurotten, brach von Brauchitsch die Verbindung zum Widerstand ab. Nach dem Sieg über Frankreich wurde Brauchitsch am 19. Juli 1940 zum Generalfeldmarschall ernannt. Nachdem Brauchitsch bereits im Balkankrieg im Rang des Oberbefehlshabers an der Spitze des Heeres tätig gewesen ist, übernahm er nach dem deutschen Angriff auf die Sowjetunion im Juni 1941 ebenfalls die Position des Oberbefehlshabers im Reichskommissariat Ukraine. Ende 1941 fiel Brauchitsch aufgrund der militärischen Rückschläge in Ungnade, so dass er am 18. Oktober 1941 von Adolf Hitler abgelöst wurde.[2] Am 19. Dezember 1941 wurde Brauchitsch offiziell entlassen.[1] Der Hintergrund soll Folgender gewesen sein: Da Brauschitsch mit Hitlers strategischen und politischen Entscheidungen zunehmend nicht einverstanden gewesen sein soll, sich aber auch nicht dem Widerstand anschließen wollte, bat er gegen Ende des Jahres 1941 mehrfach vergeblich um seinen Abschied. Gesundheitlich angeschlagen nach weiteren schweren Auseinandersetzungen mit Hitler über den weiteren Kriegsverlauf in der Sowjetunion, wurde Brauchitsch schließlich am 19. Dezember 1941 als Oberbefehlshaber des Heeres entlassen. Hitler machte sich anschließend selbst zum Oberbefehlshaber des Heeres. Brauchitsch wurde bis Kriegsende nicht wieder mit einem Kommando betraut; 1942 bis 1945 lebte er auf dem Jagdschlösschen Tři Trubky im Truppenübungsplatz Brdy (Mittelböhmisches Waldgebirge). NachkriegszeitBrauchitsch wurde bei den Kriegsverbrecherprozessen in Nürnberg als Zeuge vernommen und starb am 18. Oktober 1948 an Herzversagen und fast erblindet vor der Eröffnung eines Prozesses gegen ihn in Hamburg in britischer Militärhaft. Am 23. August 1949 fand ein Prozess im Hamburger Curio-Haus statt, bei dem Brauchitsch auf der Anklagebank gesessen hätte, wenn er nicht vorzeitig verstorben wäre. Zu seinen Mitangeklagten gehörten neben Erich von Manstein auch Gerd von Rundstedt und Adolf Strauß. Letztere brauchten wegen „Untauglichkeit“ nicht an dem Prozess teilzunehmen.[4] Auszeichnungen
Literatur
Weblinks
Einzelnachweise
Generalfeldmarschälle
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